• Siegfried Niebius

Die Corona-Pandemie stellt auch den MartinsHof vor mächtige Herausforderungen


Nicht immer wird ein Mundschutz menschlich verstanden.
Nicht immer wird ein Mundschutz menschlich verstanden.

Die Abwehr gegen die Corona-Pandemie stellt unsere kleine Welt auf dem MartinsHof vor starke Aufgaben und macht den Ausnahme- zum Normalzustand.


Fast 2 Jahre hielten wir uns in der kleinen Gemeinschaft mit unseren Mitarbeitern wie auf einer Insel. Impfen mit Boostern erfolgte durchgängig bei Mitarbeitern und Mitbewohnern nach den verbindlichen Vorgaben. Als wir dann dachten, dass wir eventuell das Gröbste hinter uns haben, erkrankten alle Mitarbeiter und eine Mitbewohnerin an Corona. Zum Glück nicht alle auf einmal; jedoch stemmten wir 7 Tage den Dienstplan mit einer Pflegefachkraft und einem Praktikanten.


Auch wenn das Virus nicht mehr nachweisbar und längst aus dem Körper verschwunden ist, sind einige Mitarbeiter noch nicht wieder ganz gesund, klagen über Beschwerden wie Störungen des Geruchs- und Geschmackssinns, vor allem aber über anhaltende Erschöpfung und Müdigkeit.


Neben den vielen politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Krise bemerken wir, dass auch unsere Gemeinschaft auf dem MartinsHof mit verschiedenen Veränderungen klarkommen muss. Besucher-Stopp, keine Gemeinschaftsveranstaltungen, kein gemeinsames Essen am Tisch, selbst allein im Garten spazieren gehen, hielten wir über einen Zeitraum von 6 Monaten kaum aus. Wir entschlossen uns daher diese Vorgaben so nicht mehr zu praktizieren. Als wir dann wieder mehr Gemeinschaft erleben wollten, wurden gerade diese Tätigkeiten zur einer besonderen Herausforderung. Wir als Mitarbeiter aber auch unsere Mitbewohner waren auf einmal kaum in der Lage andere, bekannte gemeinschaftsbildende Aktionen zu ertragen. So mussten wir alles wieder von vorn einüben und mit wesentlich mehr Betreuungsaufwand begleiten. Inzwischen geht es wieder, wir werden aber nicht noch einmal vorauseilend solche behördliche Anordnungen umsetzen. Abgesehen von erforderlichen Quarantänemaßnahmen.


Wir stellen uns oft die Frage, warum man diese Pandemie nicht einfach laufen lassen kann. In allen Gesprächen, egal wo, die Gespräche ähneln sich immer. Und eigentlich weiß niemand so richtig, was Sache ist.


Es gibt doch einen wichtigen Grund, warum wir hier auf dem MartinsHof den Corona-Virus nicht einfach laufen lassen sollten; denn gerade unsere Gemeinschaft besteht aus älteren und kranken Mitmenschen. Wir sind real vom Corona-Virus bedroht. Es ist im Grunde eine nötige Natürlichkeit, alles dafür zu tun, um auch unsere kleine Risikogruppe zu schützen. Denn die Rechnung ist so einfach wie offensichtlich: Je weniger Infizierte, desto weniger Beklagte. Von daher unternehmen wir weiterhin viele Dinge, die eine Ansteckung vermeiden können. Desinfektion unter anderem wie Flächen, Handläufe, Sitzgelegenheiten. Tragen von Dienstkleidung und einer Schutzmaske bei körpernahen Tätigkeiten. Auch verwenden wir etwas mehr Einwegmaterial wie zum Beispiel Kleider- Schutzservietten; denn gerade das wiederholte verwenden dieser Materialien stellt eine besonders hohes Ansteckungspotenzial dar. Wir testen jeden Tag alle Mitarbeiter und Mitbewohner. Auch angemeldete Besucher. So hoffen wir wirkungsvoll eine Corona Infektion zu vermeiden oder sehr zeitnah zu erkennen, um erforderliche Maßnahmen zu ergreifen.


In unsere Gemeinschaft im Zusammenleben mit pflege- und betreuungsbedürftigen Menschen, wollen wir auch unter der ablaufenden Corona Pandemie den mitmenschlichen Kontakt, das Dazugehörigkeitsgefühl weiterhin fördern, aufrechterhalten, solange wir es können und dürfen.

 

MartinsHof Grabow · Hauptstraße 14 · 16945 Kümmernitztal OT Grabow Telefon: 033968 508900 · Mail: info@martinshof-grabow.de · IK Zeichen: 511 211 405 5