• Siegfried Niebius

Wettervorhersagen im Trend schon richtig, jedoch noch zum Glück mit größeren Variationen

Aktualisiert: 19. Juli


17.06.2022. Brennende Wälder auch in Brandenburg und Hitze über 35 Grad.
Brennende Wälder, verdorrte Ernten, Wasserknappheit, extreme Hitzeperioden, Tornados und Überschwemmungen sind unverkennbare Zeichen des laufenden Klimawandels.

Bereits ab über 30 Grad Celsius leiden Kranke- Alte Menschen besonders, aber auch unsere Tiere und die Natur.


Erst sollten es 45 Grad Celsius werden, dann 38, jetzt wieder 40: Wetterprognosen sind nie exakt. Wir kennen im diesem Jahr bereits sehr heiße Tage und Wochen mit bis zu 35 Grad Celsius. Unser Wetter verändert sich und es wird merklich heißer.

Wettervorhersagen sind für uns wichtig, warum trifft der eine oder andere Wetterbericht nicht zu?


Um diese Fragen zu beantworten, muss man sich vor Augen führen, wie Wettervorhersagen zustande kommen. Temperaturmessungen, Bodenfeuchte, Luftdruck, Niederschläge und Strömungen – all diese Daten fließen in komplexe Computermodelle ein. Diese berechnen daraus, wie wahrscheinlich es in den kommenden Tagen an einem Ort Regen oder Sturm gibt, ob es wärmer oder kälter wird, und wie sich die Großwetterlage verändern dürfte.

Grob kann man sagen: Je näher ein Tag rückt, desto präziser wird die Vorhersage für ihn. Aber bis zuletzt gibt es Unsicherheiten. Ein lokales Gewitter mit Starkregen etwa lässt sich nicht so genau und frühzeitig ankündigen wie eine sommerliche Hochwetterlage über Europa.


Wir wollen uns nicht künstlich darüber empören, dass ein einziges Wettermodell einen Ausreißer hatte. Ob es an einzelnen Orten kommende Woche nun 45, 40, 35 oder 30 Grad Celsius werden, ändert im Kern nichts an der kritischen Klimasituation. Extreme Hitze, die Alte und Kranke gefährdet, drohende Waldbrände, gefährdete Ernten und Wassermangel durch die langanhaltende Trockenheit: Auf all das müssen wir künftig eingestellt sein, den ganzen Sommer lang, jeden Sommer aufs Neue. Denn Extremwerte sind das neue Normal, daran besteht kein Zweifel mehr.


16.07.2022

Textauszüge aus ZEIT ONLINE



In allen Mitbewohnerräumen befinden sich digitale Thermometer.

Versorgung unserer Mitbewohner bei Sommerhitze

Wettervorhersagen haben auch ein große Bedeutung für unsere tägliche Arbeit mit den Senioren. Wissen wir, dass Temperaturen, um die 30 Gard oder sogar darüber auf uns zu kommen, bereiten wir uns darauf vor und beachten ein wahres Bündel an Maßnahmen bzw. unterstützen unsere Senioren.

  • In allen Räumen sind genaue Digitalthermometer angebracht, wir können so darauf achten, dass keine Temperaturen über 26 Gard entstehen.

  • Unnötige Wärmequellen werden abgestellt.

  • Anpassen der Kleidung.

  • Gegebenenfalls Umstellung des Speiseplan.

  • Lüften in den Abend- und Nachtstunden.

  • Leichte Luftbewegungen durch Ventilatoren.

  • Geschlossene Fenster am Tage und Nutzung der Sonnenschutzanlagen an den Fenstern.

  • Keine Aufenthalte über 26 Grad im Freien.

  • Spaziergänge in den Morgenstunden.

  • Bei Ozonwerten über 180 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft ist der Aufenthalt im Freien für ältere Menschen bereits ungünstig. Ab 240 Mikrogramm pro Kubikmeter äußerst gesundheitsschädlich. Wir bieten ggf. alternative Beschäftigungsmöglichkeiten.

  • Keine körperlichen Überanstrengungen.

  • Trinken, Trinken und nochmals Trinken. Dies in Begleitung und mit verschieden Getränken nach Wahl. Nicht zu sehr gekühlt; jedoch erfrischend. Vermeiden von zu heißen Getränken.

  • Leichte Zudecke in den Betten, gegebenenfalls nur Bettbezüge. Häufiger Wechsel.

  • Bei Überwärmung gegebenenfalls, kühlende Waschlappen, Fußbäder, kühlende Kompressen.

  • Gegebenenfalls werden auch Medikamente nach ärztlicher Absprache nicht verabreicht.

  • Kontrolle der Körpertemperatur mehrmals am Tage.

Unser Auto hat eine schon lange eine Klimaanlage, demnächst wahrscheinlich auch alle unsere Pflegeappartements.

Bei allen unseren Vorkehrungen kommen wir rein von der baulichen Ausstattung schon an unsere Grenzen. Auch wenn der MartinsHof ein gutes, baubiologisches Klima aufweist, sind Temperaturgrade über 30 Grad Celsius über eine längere Zeit nur schwer zu kompensieren. Fast unbeherrschbar wird es bei Temperaturen über 35 Grad bis an die 40 Gard. Inzwischen lassen wir uns beraten wie zum Beispiel eine Beschattung der Südzimmer durch Bäume verbessert werden kann. Auch sind wir nicht abgeneigt womöglich eine Klimaanlage in den einzelnen Bewohnerappartements einbauen zu lassen. Hier währe aber auch mit den öffentlichen Kostenträgern zu sprechen; denn mit der jetzigen Investitionspauschale lassen sich vor allem technische Klimalösungen kaum finanzieren.

Der Hitzeschutz nimmt immer mehr an Bedeutung auch in unserer sehr kleinen unterstützenden Wohnform ein. Grundsätzlich ist der Hitzeschutz in den jetzigen Investitionskosten schlichtweg nicht vorhanden. Aber mal ganz ehrlich gesagt, wer möchte schon in seinen letzten Tagen mit Pflegegrad 5 in einem Zimmer, bei über 30 Grad und mehr liegen? Da wird mir persönlich angst und bange. Auch wir als Pflegende können in solch stark überhitzen Räumen kaum arbeiten. Der Vergleich mit einer Intensivstation erscheint momentan nicht ganz passend, aber ich kenne keine Intensivstation ohne Klimatisierung. Wenn es dann anders nicht geht, statten wir unsere Pflegeappartements auch mit Klimaanlagen aus.


Kümmernitztal 16.07.2022

 

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