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Corona auf dem Lande in der Prignitz

Aktualisiert: 27. Apr. 2020


MartinsHof 23.04.2020: Wir halten Abstand, es geht uns gut dabei.

Liegt es daran, dass wir mit unserem MartinsHof schon in ländlicher Gegend in einem kleinen Dorf mit einer relativ übersichtlichen Besiedelung leben, oder sind es doch die ergriffenen Maßnahmen im hygienischen Ablauf der täglichen Pflege und Betreuung, die dazu beitragen, dass wir zur Zeit keinerlei Krankheitszeichen bei Bewohnern und Mitarbeitern verzeichnen. Mit Sicherheit von allem etwas!


Nach einigen Wochen Corona- Erfahrung in unserem MartinsHof sind wir immer noch der Meinung, dass alle getroffenen Maßnahmen helfen. Jeden Tag verstehen wir besser mit der ablaufenden Pandemie umzugehen. Bei unseren Mitbewohnern erkennen wir so etwas wie Gewohnheit. Das schöne Frühlingswetter trägt dazu bei, dass sich viele unserer Mitbewohner auf ihren Terrassen und im Garten aufhalten können. Mit mehr Abstand lassen sich gute Gespräche führen und Anleitungen mit Übungen funktionieren. Problematisch wird es schon mal bei Mitbewohnern, die nicht gut hören und sehen können. Dann reicht zeitweilig nicht nur lautes Sprechen und die Dinge entwickeln sich besser mit wiederholender Ansprache. Auch in Zeiten von Corona erreichen wir unsere Mitbewohner immer noch!

Selbst an die Situation, dass wir rein mit unseren Verbrauchsmaterialien mehr oder weniger von der Hand in den Mund leben, haben wir uns gewöhnt. Dann sind wir mehr als berührt, wenn unsere Türglocke bimmelt und uns dringend benötigtes Material wie Händedesinfektion, Mundschutz oder Handschuhe durch die Ordnungsbehörde in Perleberg übergeben wird. Auch wenn wir auf dem Markt zu massiv überteuerten Preisen geringere Mengen an Verbrauchsmaterial bestellen können, helfen die von der Kreisbehörde zur Verfügung gestellten Materialien entscheidend, dass wir überstehen. Hierfür richten wir unseren verbindlichen Dank an alle Mitarbeiter des Ordnungs- und Gesundheitsamtes Perleberg!


Unterdessen, so auch wir bislang und an vielen Orten Deutschlands von heftigen Corona-Ausbrüchen verschont blieben, tobt das Virus doch in Senioren- und Pflegeeinrichtungen heftig. Pflegeeinrichtungen sind deutschlandweit die herausstechenden Zentren der Pandemie, denn Hochbetagte und oftmals Multimorbide können einer Virusinfektion kaum etwas entgegensetzen. Keine Bevölkerungsgruppe ist gegenüber Covid-19 so machtlos wie diese.


Nach Angaben des Robert-Koch-Institutes sind bisher fast 1500 Bewohner (Stand 23.04.2020) in Senioren- und Pflegeeinrichtungen in Verbindung mit einer Corona- Ansteckung verstorben, das ist rund ein Drittel aller Corona-Toten in Deutschland. Die Dunkelziffer ist nicht bekannt.


Angehörige und Betreuer sind oftmals sprachlos und schalten daher die Behörden ein. Sie unterstellen den Einrichtungsleitungen, zu spät auf die Gefährdung reagiert zu haben. Nicht selten ermittelt die Staatsanwaltschaft in den betroffenen Einrichtungen bereits wegen fahrlässiger Tötung und möglicher Verstöße gegen das Infektionsschutzgesetz. Das ist dann alles auch nicht so einfach in Zeiten von Personal- und Materialmangel. Wer hat die Pflegeeinrichtungen darüber informiert, dass es so schlimm kommen wird? In unserer sehr kleinen Einrichtung wurden wir seitens der Behörden erst 2 Wochen später nach unserer freiwilligen Quarantäne informiert. Wir alle müssen lernen mit dieser Pandemie umzugehen!

 

MartinsHof Grabow · Hauptstraße 14 · 16945 Kümmernitztal OT GrabowTelefon: 033968 508900 · Mail: info@martinshof-grabow.de · IK Zeichen: 511 211 405 5

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