Wenn der Winter unseren Sinnesgarten zur Ruhe bringt
- Siegfried Niebius

- 5. Jan.
- 2 Min. Lesezeit
Ein Blick in den Alltag im Martinshof
Der Winter hat seinen ganz eigenen Rhythmus. Wenn Eis, Schnee und Kälte unseren Sinnesgarten zeitweise unzugänglich machen, verändert sich auch der Tagesablauf im Martinshof. Die Wege sind glatt, die Beete ruhen unter einer weißen Decke, und die Sitzplätze im Freien laden eher zum Betrachten als zum Verweilen ein. Doch gerade dann entstehen Momente, die wir besonders schätzen: Der Blick aus den Fenstern auf verschneite Bäume und Wiesen, das leise Glitzern der Eiskristalle im Morgenlicht und die Ruhe, die sich über unser Gelände legt.

Auch wenn der Garten selbst nicht immer betreten werden kann, bleiben wir in Bewegung. Sobald unser Vorhof geräumt und eisfrei ist, nutzen wir ihn für kleine Spaziergänge. Diese kurzen Runden helfen, die Beine zu vertreten, frische Luft zu schnappen und den Kreislauf sanft zu aktivieren. Sicherheit steht dabei an erster Stelle: Wir gehen in Begleitung, Schritt für Schritt, und achten darauf, dass niemand gleichzeitig drängt oder überholt.
An Tagen, an denen selbst der Vorhof nicht begehbar ist, verlagern wir unsere Aktivierung einfach nach drinnen. Unsere Treppe zum ersten Stock wird dann zum Trainingsort. Unter Anleitung und immer nacheinander steigen die Bewohnerinnen und Bewohner die Stufen hinauf – ein effektives, alltagsnahes Bewegungsangebot, das Kraft, Gleichgewicht und Selbstvertrauen stärkt. Oben angekommen wartet ein Stuhl zum Ausruhen, bevor es weiter ins Wohnzimmer geht.
Besonders inspirierend wirkt der Blick aus dem ersten Stock auf unseren Sinnesgarten: Von oben eröffnet sich eine ganz neue Perspektive auf die winterliche Landschaft. Die verschneiten Beete, die glitzernden Eiskristalle und die ruhenden Bäume erscheinen aus der erhöhten Sicht wie ein Gemälde, das zum Verweilen und Staunen einlädt. Oft entsteht daraus der schönste Teil unseres Winterprogramms – sei es ein kleiner Plausch mit anderen Mitbewohnern, ein gemeinsames Betrachten der winterlichen Szenerie oder ein spontanes Gespräch über frühere Wintertage. Mit einem Augenzwinkern gesellen sich dazu unsere fröhlichen Fernsehrunden, das gemeinsame Anschauen der Jahresbilder und das Genießen von frisch gebrühtem Tee oder einer Tasse Kaffee. Hin und wieder gibt es sogar etwas Süßes oder frisch zubereitetes, verzehrfertiges Obst – all das schmeckt in guter Gesellschaft natürlich doppelt so gut! So wird aus der witterungsbedingten Einschränkung ein besonderer Moment der Nähe, Gemeinschaft und heiteren Geselligkeit, bereichert durch den einzigartigen Ausblick aus dem ersten Stock.
Der Winter mag unseren Sinnesgarten zeitweise zur Ruhe bringen – aber er hält uns nicht davon ab, aktiv, aufmerksam und miteinander verbunden zu bleiben.
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